Archiv der Kategorie: undsonstso

Radio für Spione

Meinem Ältesten erzählte ich heute von den Achtzigern, als ich mit selbstgebauten Radios und wenig später mit einem Weltempfänger Zahlensender abhörte 1)Ich hörte auch sehr gern auf Kurzwelle deutschsprachige Sendungen aus der ganzen Welt und mitschrieb in der Hoffnung den Sinn der Übertragung zu verstehen. Damals wußte ich nicht, ahnte es aber, wer sendete. Daß eine Entschlüssung überhaupt nicht möglich ist, erfuhr ich erst später.

Die Zahl der Sender ist seit dem Fall der Mauer zwar stark zurückgegangen, es gibt aber immer noch im Kurzwellenbereich einige Sender. Verschlüsselt wird mit einem Einmalschlüssel-Verfahren.

Die Verwendung von Zahlensendern hat auch heute noch Vorteile: Ein normales Kurzwellenradio genügt. Keine Beweisstücke und keine Spuren auf dem Informationsweg, im Gegensatz zu Internet und Telefon.

CIA
KGB (deutsch)
Deutsch gesprochener unbekannter Sender
Russland für Tajikistan
Vermutlicher BND Sender YB

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1. Ich hörte auch sehr gern auf Kurzwelle deutschsprachige Sendungen aus der ganzen Welt

Lehrreiches in Sachen Presse- und Meinungsfreiheit – Prozeß wegen eines Forumsbeitrages gewonnen

Grundgesetz_255x4001Am 10. Mai 2010 gab ich die die redaktionelle Verantwortung für „Katholisches – Magazin für Kirche und Kultur“ ab. Die neue Redaktion verlegte am gleichen Tag ihren Sitz in die USA, wo inzwischen wohl auch die Seite gehostet wird.

Ausschlaggebend für meinen damaligen Schritt war eine an mich gerichtete Abmahnung einer Theaterpädagogischen Werkstatt aus Osnabrück wegen eines von mir für Katholisches verfassten Forumsbeitrags zum Theaterstück „Mein Körper gehört mir“. Für mich stellte diese Abmahnung einen weiteren Höhepunkt der Angriffe gegen Katholisches dar.

Um das finanzielle Risiko einer juristischen Auseinandersetzung zu minimieren, gab ich auf anwaltlichen Rat hin „ohne Anerkenntnis einer Rechtspflicht und ohne Präjudiz für die Sach- und Rechtslage“ eine Unterlassungserklärung ab, gleichzeitig verweigerte ich aber die Zahlung der vom Abmahner geforderten Anwaltskosten.

Mit Erfolg! Das Amtsgericht Steinfurt hatte inzwischen in einem Zivilverfahren über den vermeintlichen Anspruch der Abmahner auf Erstattung der Anwaltskosten zu entscheiden. Dabei war vom Gericht implizit die Rechtmäßigkeit der Abmahnung zu prüfen, also die Frage zu beantworten, ob die damalige Darstellung in einem Forumsbeitrag die Theaterwerkstatt in ihren Rechten verletzte. Das Amtsgericht vermochte eine Rechtsverletzung nicht zu erkennen. Die Richterin schrieb u.a. in der Urteilsbegründung:

„Art. 5 Abs. 1. S. 1 GG gewährt jedermann das Recht, seine Meinung frei zu äußern und zu verbreiten. Auch scharfe und übersteigerte Äußerungen fallen grundsätzlich in den Schutzbereich von Art. 5 Abs 1 S. 1 GG. Erst wenn bei einer Äußerung nicht mehr die Auseinandersetzung in der Sache, sondern die Herabsetzung der Person im Vordergrund steht, hat eine solche Äußerung als Schmähung regelmäßig hinter dem Persönlichkeitsrecht des Betroffenen zurückzustehen (OLG Saarbrücken, Urteil v. 10.02.2010, Az 5 U 362/09). Eine Schmähkritik liegt in der o.g. Äußerung nicht vor. Sie stellt vielmehr eine Auseinandersetzung in der Sache mit dem Seitens der Klägerin aufgeführten Theaterstück dar. Die Klägerin selbst wird weder angeprangert noch herabsetzend kritisiert.“

Das Gericht kam also zu dem Ergebnis, daß die Abmahnung zu unrecht erfolgte und daß damit auch die Rechnung des Anwalt des Klägers nicht durch mich zu begleichen ist. Das Urteil des Amtsgerichts Steinfurt vom 18. Januar 2011, Az. 21 C 874/10, ist inzwischen rechtskräftig.

Herausgeberschaft von und die redaktionelle Verantwortung für Katholisches abgegeben

kathGegen Katholisches wurde seit Beginn des Erscheinen vorgegangen. Drohungen gegen meine Person gehörten ebenso zu den Angriffen wie Abmahnungen.

Diese Angriffe sind nach meiner Meinung in ihrem Vorgehen als demokraktiegefährdend einzustufen. Weil, nach meiner Beobachtung zuviele Gerichte in Deutschland – nicht nur in Hamburg – unliebsame aber zulässige Meinungsäußerungen vorschnell untersagen, gerät die grundgesetzlich verbürgte Presse- und Meinungsfreiheit gerade im Internet in Gefahr.

Das finanzielle Risiko juristischer Auseinandersetzungen (Abmahnung, strafbewehrte Unterlassungserklärung, einstweilige Verfügung etc.) ist für mich nicht mehr tragbar. Deshalb habe ich mich entschieden, die Herausgeberschaft von und die redaktionelle Verantwortung für Katholisches – Magazin für Kirche und Kultur mit Wirkung zum 10. Mai 2010 abzugeben. Die verbliebenen Redaktionsmitglieder haben sich inzwischen entschieden den Redaktionssitz in die USA zu verlagern.

EU Bookshop: Alle EU Publikationen seit 1954, nur leider ohne Abrufmöglichkeit bibliographischer Daten

praesident_der_hohen_behoerdeCover einer digitalisierten Publikation,
die man sich zuschicken lassen kann.

Auf der Frankfurter Buchmesse stellte das Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaft die neue Web-Seite des EU Bookshop vor und erklärte Sinn und Ziel des Projektes.

Es stehen 110.000 EU Publikationen kostenlos zum Download zur Verfügung 1)In der Pressekonferenz am 16. Oktober wurde der Bookshop auch als „Wiederbelebung der Inhalte der Europäischen Union seit 1954“ bezeichnet. Die Publikationen kann man sich aber auch gegen ein Entgelt per Post zuschicken lassen. Der EU Bookshop ist damit eine wertvolle Quelle von EU-relevanten Informationen.

Während der Präsentation im Pressezentrum fiel mir auf, daß es leider nicht möglich ist, von dem Bookshop bibliographische Daten der Publikationen im BiBTeX-Format per E-Mail, oder auf anderen Wegen, abzurufen. Das gilt aber nicht nur für das BiBTeX-Format, man hat schlicht vergessen, bibliographische Daten für Literaturverwaltungen abrufbar zur Verfügung zu stellen.

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1. In der Pressekonferenz am 16. Oktober wurde der Bookshop auch als „Wiederbelebung der Inhalte der Europäischen Union seit 1954“ bezeichnet

[Update] Wie Bilder von Bischof Richard Williamson in die Medien kamen

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Gestern um 16:15 rief eine Dame von der Bildredaktion der Tagesschau an und bat um ein Foto von Weihbischof Richard Williamson. Sie sei auf ein Interview aufmerksam geworden, welches ich mit ihm anläßlich einer Vortragsreihe zu Kulturfragen führte.

Ein Foto wurde dann in der Tagesschau um 17:00 und 20:00 ausgestrahlt (Spätere Sendungen habe ich nicht mehr verfolgt.).

Sie gab noch den Tip, ich solle doch einmal Agenturen kontaktieren, ob sie nicht auch ein Interesse an den Bildern hätten, ich sei doch der Einzige, der welche hätte. Das tat ich dann auch. Und nun sind zwei Bilder von Weihbischof Richard Williamson bei Reuters, DPA, KNA und ddp zu finden und werden zahlreich von den Redaktionen weltweit genutzt.

Die Bilder sind auf dem Frankfurter Flughafen entstanden. Ich begleitete Bischof Williamson auf der ICE-Fahrt von Siegburg zum Frankfurter Flughafen und verbrachte dort mit ihm noch ein/zwei Stunden bis zum Abflug seiner Maschine.

Ich lernte ihn als einen sehr nachdenklichen, intelligenten Menschen kennen, der die Gottesliebe und die Liebe zur Kirche nicht nur vorgab, sondern glaubhaft vermittelte. Wenn das Gespräch die Kirchenkrise zum Inhalt hatte, war einem, er litt auch körperlich.

Ein Beispiel seiner hervorragenden Analyse ist hier zu finden.

[Update] Um Bischof Williamson und die Kampagne gegen Kirche und Papst verstehen zu können lohnt sich die Lektüre des Spiegel-Interviews vom 9.2.2009. [/Update]

Weblinks: Artikel die bei Katholisches – Magazin für Kirche und Kultur über Bischof Richard Williamson erschienen sind