Archiv der Kategorie: Computer & Kommunikation

OwnCloud statt Evernote

Dieser Beitrag erschien auch als Leserzuschrift in der c’t.

Mir erschließt sich die Aussage von Achim Barczok nicht, Evernote sei für berufliche Notizen nicht geeignet, für private aber schon. Sind seine privaten Notizen weniger wert? Private Notizen haben ebenso wenig auf fremden Servern etwas zu suchen, wie berufliche. Egal ob die Server in den USA oder andernorts stehen. Notizen und To-dos kann man recht einfach mit OwnCloud und mit der Erweiterung und dem Client QOwnNotes verwalten. Für virtuelle Teams mit gemeinsamen Kalendern, Termin- und Projektverwaltung sind HumHub und OwnCloud hervorragende und ausreichende Tools. Jedenfalls besser als WhatsApp, geschlossene Facebook-Gruppen, Google Docs, DropBox usw. Es sollte doch eigentlich selbstverständlich sein, dass man fremde Datenbanken nicht mit seinen Daten füttert.

Siehe auch:

Anleitung zum Lauschen

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung veröffentlicht heute ein interessantes Dokument. Es handelt sich um eine interne Anleitung der Generalstaatsanwaltschaft München zur Telefon- und Internetüberwachung. Titel: “Leitfaden zum Datenzugriff” (Link zum PDF).

Ermitteln statt speichern – Totale Erfassung unserer Verbindungen und Bewegungen verhindern (Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung)
Leitfaden für Lauscher / Rechtliche Anmerkungen von Udo Vetter im LawBlog

(Staats-)Trojaner – was tun?

Wieder fragte ein Kunde, was er denn tun könne, damit ihm keiner einen (Staats-) Trojaner unterschiebe. Der Kunde befürchtet (zu Unrecht?), daß ihm bei einer Kontrolle ein gekaufter Beamter etwas Unerwünschtes von der Konkurrenz  installieren könnte. Die Spionagesoftware mit gleichem oder ähnlichem Funktionsumfang ist vermutlich auch auf dem freien Markt erhältlich. Und jüngst entdeckte Kaspersky Ableger des Staatstrojaners.

Mein Kunde, der viel und international unterwegs ist, nutzt z.B. Skype und ähnliches.

  • Installation von T r u e C r y p t, oder ähnlichen Tools 1)Dabei darauf achten, daß man Zugang zum Quellcode haben kann. Deshalb empfiehlt sich OpenSource-Software wie das genannte Tool.  – Verschlüsselung aller (inkl. Boot-) Partition.
  • Niemals (!) den Rechner unbeobachtet lassen, auch nicht im gewohnten und privaten Umfeld.
  • Bildschirmschoner aktivieren 2)Dieser sollte sich bereit nach wenigen Minuten aktivieren. Ein Angreifer wäre nun gezwungen, den Rechner neu zu starten und wird nach dem Neustart eine verschlüsselte Festplatte vorfinden – Ziel erreicht.
  • Die Kommunikation nicht nur mit einem Gerät bzw. PC führen – z.B. auch mal einen Blackberry nutzen.
  • Wichtige Daten immer aktuell und zeitnah verschlüsselt in die Cloud auslagern – mindestens doppelt und dabei auch Dienstleister eines anderen Landes in Anspruch nehmen. 3)Eine Mitnahme (Diebstahl) der Hardware ist weniger schlimm, weil die Daten nicht betroffen sind.
  • Virenscanner, Echtzeit-Analyse 4)z.B. ThreatFire, verschlüsselte E-Mail-Kommunikation sind weitere Standardmaßnahmen.

Bild: © kebox – Fotolia.com

   [ + ]

1. Dabei darauf achten, daß man Zugang zum Quellcode haben kann. Deshalb empfiehlt sich OpenSource-Software wie das genannte Tool.
2. Dieser sollte sich bereit nach wenigen Minuten aktivieren. Ein Angreifer wäre nun gezwungen, den Rechner neu zu starten und wird nach dem Neustart eine verschlüsselte Festplatte vorfinden – Ziel erreicht.
3. Eine Mitnahme (Diebstahl) der Hardware ist weniger schlimm, weil die Daten nicht betroffen sind.
4. z.B. ThreatFire

Chinesische Dissidenten verklagen Cisco Systems

(Frankfurt am Main) Cisco Systems liefert ein Musterbeispiel für unternehmerische Gleichgültigkeit, die Menschen ungerechtfertigter Weise Verfolgung und Folter ausliefert. Der US-amerikanische Konzern stellt Software und IT-Produkte her, welche in großen Stückzahlen nach China exportiert werden und dort Verwendung bei der Verfolgung Unschuldiger finden. Aufgrund dieser Lieferungen wurde Cisco nun in den USA von drei Dissidenten verklagt. Der Vorstandssprecher der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) Martin Lessenthin weist auf die „Richtungsweisende Wirkung eines solchen Gerichtsverfahrens“ hin.

Schon vor Jahren machten internationale Unternehmen, wie z.B. Yahoo und auch Cisco, Schlagzeilen, da mit Hilfe der von ihnen an China gelieferten Technik immer wieder Dissidenten ausfindig gemacht und inhaftiert wurden. Betroffen waren u.a. der Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo, der Künstler Ai Weiwei oder der blinde Bürgerrechtler Chen Guangchen. Sie alle wurden Opfer der im Westen hergestellten Technologien. Der IGFM liegen Informationen vor, nach denen Cisco Systems die chinesische Zensurpolitik („Golden Shield Project“) mit Technik und durch Ausbildung der Mitarbeiter des Ministeriums für Öffentliche Sicherheit, das für die Überwachung, Verfolgung und Verhaftung von Dissidenten verantwortlich ist, maßgeblich unterstützt.

Harry Wu, Gründer der Laogai Research Foundation und Kuratoriumsmitglied der IGFM, verweist auf die „vollständige Mißachtung der Menschenrechte“ in der Volksrepublik China. Menschenrechtsaktivisten aus dem Umfeld der IGFM kritisieren Cisco Systems als ein „Symbol westlicher Ignoranz“: „Cisco Systems verdeutlicht für alle sichtbar, daß westliche Forderungen nach Schutz der Menschenrechte keinen Platz haben, wenn sie in Konkurrenz zu finanziellen Interessen stehen“, so der IGFM-China-Experte, Hubert Körper. Dies gilt „leider nicht nur für US-amerikanische Unternehmen, sondern auch für deutsche Firmen, wie z.B. Siemens“, so der China-Experte weiter.

(Pressemitteilung IGFM vom 8. Juni 2011)

Skype zensiert und speichert Sofortnachrichten

Die in Frankfurt am Main ansässige Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) veröffentlichte heute folgende Mitteilung:

Tom-Skype zensiert und speichert Sofortnachrichten: Kanadische Forscher entdecken ungeschützte Datenbanken

Peking – Toronto – Frankfurt am Main (7. Oktober 2008) – Laut Bericht der kanadischen interdisziplinären Forschungsgruppe „Citizen Lab“ von Anfang Oktober 2008 zensiert der chinesische Skype-Partner Tom Online nicht nur die Sofortnachrichten seiner User, sondern archiviert sie in ungesicherten Datenbanken, die für jedermann zugänglich sind. Skype hat sich nun bei seinen Nutzern für das Sicherheitsrisiko entschuldigt. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) kritisiert, daß Firmen wie Skype sich zum Schaden ihrer Kunden freiwillig der chinesischen Zensur unterwerfen.

Skype zensiert und speichert Sofortnachrichten weiterlesen