Chinesische Dissidenten verklagen Cisco Systems

(Frankfurt am Main) Cisco Systems liefert ein Musterbeispiel für unternehmerische Gleichgültigkeit, die Menschen ungerechtfertigter Weise Verfolgung und Folter ausliefert. Der US-amerikanische Konzern stellt Software und IT-Produkte her, welche in großen Stückzahlen nach China exportiert werden und dort Verwendung bei der Verfolgung Unschuldiger finden. Aufgrund dieser Lieferungen wurde Cisco nun in den USA von drei Dissidenten verklagt. Der Vorstandssprecher der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) Martin Lessenthin weist auf die „Richtungsweisende Wirkung eines solchen Gerichtsverfahrens“ hin.

Schon vor Jahren machten internationale Unternehmen, wie z.B. Yahoo und auch Cisco, Schlagzeilen, da mit Hilfe der von ihnen an China gelieferten Technik immer wieder Dissidenten ausfindig gemacht und inhaftiert wurden. Betroffen waren u.a. der Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo, der Künstler Ai Weiwei oder der blinde Bürgerrechtler Chen Guangchen. Sie alle wurden Opfer der im Westen hergestellten Technologien. Der IGFM liegen Informationen vor, nach denen Cisco Systems die chinesische Zensurpolitik („Golden Shield Project“) mit Technik und durch Ausbildung der Mitarbeiter des Ministeriums für Öffentliche Sicherheit, das für die Überwachung, Verfolgung und Verhaftung von Dissidenten verantwortlich ist, maßgeblich unterstützt.

Harry Wu, Gründer der Laogai Research Foundation und Kuratoriumsmitglied der IGFM, verweist auf die „vollständige Mißachtung der Menschenrechte“ in der Volksrepublik China. Menschenrechtsaktivisten aus dem Umfeld der IGFM kritisieren Cisco Systems als ein „Symbol westlicher Ignoranz“: „Cisco Systems verdeutlicht für alle sichtbar, daß westliche Forderungen nach Schutz der Menschenrechte keinen Platz haben, wenn sie in Konkurrenz zu finanziellen Interessen stehen“, so der IGFM-China-Experte, Hubert Körper. Dies gilt „leider nicht nur für US-amerikanische Unternehmen, sondern auch für deutsche Firmen, wie z.B. Siemens“, so der China-Experte weiter.

(Pressemitteilung IGFM vom 8. Juni 2011)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.